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© Jeanette Fritz / fundus.media
In der Friedberger Stadtkirche sind zwei Antriebsketten für Glocken gerissen, und ein Motor streikt. Mindestens bis Ende Juli wird aus dem Kirchturm kaum Glockengeläut zu hören sein.
Wer die Friedberger Innenstadt auch mit den Ohren wahrnimmt, kennt nicht nur die Geräusche der Autos und das Zwitschern der Vögel, sondern auch das Läuten der Kirchenglocken, die seit Jahrhunderten den Rhythmus des Tages anzeigen. Besonders markant ist das Läuten der 12-Uhr-Glocke vom Turm der Stadtkirche, für viele das Signal für ihre Mittagspause. Vor einigen Wochen fiel dieses Läuten einige Tage lang aus, dann erklang es noch tiefer, noch lauter und noch markanter, und seit der vergangenen Woche ist es verstummt. Was war passiert?
Der Motor, der die 12-Uhr-Glocke zum Schwingen bringt, streikte plötzlich. Die Glocke bewegte sich noch ein wenig hin und her, aber nicht ausreichend, um den Klöppel anschlagen zu lassen, die Glocke blieb stumm. Silke Heimann, Küsterin der Kirchengemeinde, hat daraufhin die elektronische Steuerung abgeändert und die große Sonntagsglocke stattdessen um die Mittagszeit läuten lassen.
Zwei Ketten sind gerissen
Damit war das Läuten am Mittag und am Abend gesichert, aber am Samstagabend, wenn zum Abschluss der Woche der Sonntag eingeläutet wird, auch am Sonntagmorgen, wenn die Glocken zum Gottesdienst einladen, fehlte nun eine Stimme, das Geläut war ärmer geworden. Die Kirchengemeinde nahm Kontakt mit der Firma Höckel und Schneider aus Florstadt auf, die auch die jährliche Wartung erledigt, und meldete den Schaden, aber es war ja keine besondere Eile geboten.
Wenige Wochen später fehlte im Geläut plötzlich eine weitere Stimme. Die wertvolle mittelalterliche Sturmglocke aus dem 14. Jahrhundert blieb auch stumm. Als Roland Reichl während einer Führung hoch in den Turm stieg, sah er den Grund: Die Kette, die über ein Zahnrad angetrieben wird und so die Glocke zum Schwingen bringt, wie eine überdimensionierte Fahrradkette, war gerissen. Das Geläut der Stadtkirche bestand nun nur noch aus der großen Sonntagsglocke und der sehr viel kleineren Vater-Unser-Glocke. Auch ein ungeübtes Ohr konnte hören, dass hier etwas nicht stimmt.
Damit nicht genug: Als am Mittwoch, 17. Juni, zu einem Gottesdienst geläutet werden sollte, blieb auch die große Sonntagsglocke stumm. Es läutete nur noch die Vater-Unser-Glocke, die auch zur wöchentlichen Atempause am Samstag einlädt und immer dann läutet, wenn in der Stadtkirche das Vater-Unser gebetet wird. Ein erneuter Aufstieg zur Glockenstube zeigte den Grund: Auch die Kette der Sonntagsglocke war gerissen und lag am Boden. Was für ein seltsamer Zufall – zwei Ketten, die zuverlässig über fast 30 Jahre ihren Dienst getan hatten, rissen nun innerhalb weniger Wochen. Damit entfiel auch das Läuten am Mittag und am Abend, die Stadtkirche schwieg den ganzen Tag, und so wird es auch für die nächsten Wochen bleiben, mindestens bis Ende Juli. Einzig die Vater-Unser-Glocke wird noch für Gottesdienste oder Andachten geläutet.
Glücklicherweise ist keine der Glocken beschädigt, nur die Technik und Mechanik der Läuteanlage ist defekt. Ein weiterer glücklicher Umstand ist, dass die Defekte die Kirchengemeinde nicht unvorbereitet treffen. Dass die Läuteanlage in die Jahre gekommen ist, war bekannt, und es gab auch bereits Vorbereitungen, sie zu erneuern.
Weitere Spenden sind willkommen
Auch für die Finanzierung dieses Vorhabens gibt es schon Planungen. So hat die Stadt Friedberg einen Zuschuss in ihren Haushaltsplan für das Jahr 2026 eingeplant, und auch der Förderverein Stadtkirche hatte signalisiert, sich an der Erneuerung der Läuteanlage zu beteiligen. Dafür ist die Kirchengemeinde außerordentlich dankbar. Weitere Spenden sind herzlich willkommen. Kontoinhaber: „Förderverein Stadtkirche Friedberg e.V.“, IBAN: DE53 5185 0079 0050 0500 50, Verwendungszweck: „Glocken“.
Was muss nun getan werden? Mit moderner Elektronik lassen sich Glocken schonender läuten, als das bislang der Fall gewesen ist. Da fast alle Glocken der Friedberger Stadtkirche außergewöhnlich alt und außergewöhnlich wertvoll sind, werden diese Möglichkeiten genutzt, um den Anschlag der Klöppel an die Glocken noch genauer zu steuern.
Das Ziel müsse sein, erläutert Christoph Gaukel vom Bauausschuss der Evangelischen Friedensgemeinde, dass sie einerseits noch besser klingen und andererseits schonend behandelt werden. „Im Idealfall sollen diese besonderen Glocken noch viele weitere Jahrhunderte über und für die Stadt Friedberg läuten.“
Bericht: Dr. Christoph Gaukel
Am 26. April 2026 wurde in der Stadtkirche, begleitet von Pfarrer Joachim Neethen, an die Konfirmation vor 50 Jahren gedacht.
Es feierten:
Frau Eva Büdinger-Adam, Frau Roswitha Clement, Herr Manfred Dieckhoff, Frau Kerstin Frank, Frau Nicole Friedewald, Frau Silvia Gerlach, Frau Kerstin Harnischfeger, Frau Dagmar Hendrich, Frau Birgit Höbbel, Frau Gabriele Kögler, Frau Annerose Morell, Herr Hans-Jürgen Ott, Frau Ursula Pilger-Schmidt, Herr Andreas Preis, Frau Susanne Rilk, Frau Sybille Schönmeyer-Bormann, Frau Kerstin Spörl, Herr Michael Stenzel, Herr Ulrich Tellhelm, Herr Rolf Wagner und Herr Jens Widdra.
Die Kontemplationsgruppe hat in der Adventszeit wieder ein Labyrinth in der Stadtkirche gelegt. Und doch ist es neu gewesen. Kirchenvorsteher Martin Müller-Fey hat es extra für den Chorraum neu entworfen. So wurde es nun mitten in der großen Stadtkirche und doch geschützt platziert. Viele Menschen haben das Labyrinth besucht – während der offenen Kirche und auch bei mehreren geführten Begehungen durch Kontemplationslehrerin Elisabeth Müller und Pfarrer Joachim Neethen.
Vorher haben wir das erste Mal einen Gottesdienst auf der Weihnachtsmarktbühne gefeiert. Es gab Adventslieder mit dem Blechbläserensamble Ad hoc und Kantor Ulrich Seeger, Impulse und Gebete sowie ein Fingerlabyrinth auf dem Liedblatt. So konnten alle schon eine Ahnung von dem Erlebnis des Labyrinths bekommen. Anschließend wurde diesmal nicht zu Kirchen Kaffee, sondern zu Glühwein und Punsch auf dem Weihnachtsmarkt eingeladen.