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Dorheim-Bauernheim

Die EvangelischeKirchengemeinde Dorheim und die Evangelische Kirchengemeinde Bauernheim waren viele Jahre pfarramtlich verbunden. Ab 01. Oktober 2020 gehörten beide Gemeinden, aufgrund der Neuausrichtung der Kirchengemeinden, zum Nachbarschaftsraum Friedberg. 


Dorheim wird im Jahr 775 erstmals urkundlich erwähnt, Bauernheim im Jahr 778.

Beide Gemeinden blicken auf eine lange kirchliche Tradition zurück. Dafür legen die Bauernheimer Michaeliskirche und die Dorheimer Johanniskirche mit ihren aus dem Mittelalter stammenden Gebäudeteilen ein beredtes Zeugnis ab.

Der Ursprung des heute in Bauernheim stehenden Kirchenbaus liegt vermutlich in der Zeit zwischen 1250 und 1300. Dies lässt sich aus einem frühgotisch gestalteten und bis heute erhaltenen Fenster schließen.

Schon früh wurde in beiden Gemeinden die Reformation eingeführt, zunächst lutherischen Bekenntnisses, in Bauernheim im Jahr 1546 durch die Grafen zu Solms-Laubach, und im Jahr 1550 in Dorheim durch die Grafen von Stollberg-Königstein. Bauernheim und Ossenheim hatten über mehrere Jahrhunderte enge Verbindungen und gehörten beide sowohl der Grafschaft Solms als auch deren beiden Vorgängerherrschaften an. Im Zuge der Reformation wurde Bauernheim pfarramtlich mit Ossenheim verbunden.

Im Jahr 1572 wurde Dorheim an die Grafschaft Hanau-Münzenberg verpfändet und fiel seitdem unter die Herrschaft Hanaus. Im Zuge der sogenannten zweiten Reformation wurde in der Grafschaft Hanau, also auch in Dorheim, das evangelisch-reformierte Bekenntnis eingeführt.

Bis heute zeigt sich in der künstlerischen Ausgestaltung der Bauernheimer Michaeliskirche (gemauerter Altar mit Stufen, Apostelbilder und Christusbild an der Empore) das lutherische Erbe. Und in der Ausgestaltung der Dorheimer Johanniskirche sehen wir reformiertes Gedankengut umgesetzt (tragbare Holzmensa statt eines Altars, Ornamentik statt Personendarstellungen u.a.).

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Dorheimer Kirche schwer beschädigt. Darum entstand in den Jahren 1725/26 der bis heute erhaltene Neubau der Johanniskirche (unter Einbeziehung der aus dem Mittelalter stammenden Sakristei). Vermutlich nahm auch die Bauernheimer Kirche in der Zeit des dreißigjährigen Krieges Schaden; ein Portal zum Kirchengelände wurde so im Jahr 1653 mit dieser Jahreszahl versehen, was auf eine Änderung oder Instandsetzung schließen lässt. Auch in Bauernheim fanden um etwa 1728/1729 bauliche Veränderungen statt. Letzte Wiederherstellungsmaßnahmen geschahen auch im 20. und 21. Jahrhundert, beispielsweise an der Kirchhofmauer oder mit dem Einbau einer Bodenheizungsanlage in 1976. Im Jahr 2018 erfolgte eine Sanierung des Kirchen-Dachstuhls.

In Dorheim existierte neben der reformierten Gemeinde über viele Jahre eine lutherische Gemeinde mit eigenem Gottesdienstraum. Im Jahr 1822 wurden die beiden Kirchengemeinden zur unierten Pfarrgemeinde Dorheim (mit den Orten Schwalheim und Rödgen) vereinigt (preußische Kirchenunion). Das Thema „lutherisch hier / reformiert dort“ spielt im heutigen Gemeindeleben keine Rolle mehr. Die Union ist also auch in den Köpfen und Herzen der Menschen angekommen.

Seit Mitte der fünfziger Jahre gibt es (bedingt durch die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge und Vertriebener mit katholischer Konfession) in Dorheim die katholische Pfarrgemeinde St. Anna mit der in sehr viel Eigenhilfe erbauten St- Anna-Kirche in der Carl-Pfeffer-Straße. Die Katholiken in Bauernheim werden vom katholischen Pfarramt in Dorn-Assenheim betreut.

Im Jahr 1969 wurde seitens der evangelischen Kirchengemeinden die Verbindung zwischen Dorheim und Schwalheim/Rödgen gelöst, genau wie die Verbindung zwischen Bauernheim und Ossenheim. Schwalheim/Rödgen und Ossenheim erhielten eigene Pfarrämter. Dorheim verband sich mit Bauernheim. Eine wichtige Begründung dieser neuen Verbindung war, dass die Bauernheimer Kinder seitdem in Dorheim in den Kindergarten und zur Schule gehen.

Im selben Jahr verkaufte die Pfarrgemeinde Dorheim das Schloss, das Pfarr- und Gemeindehaus in einem war, und ließ ein neues Pfarr- und Gemeindehaus am Söderpfad (in der Nachbarschaft des Schlosses) errichten. Es ist seitdem Sitz des Pfarramtes für Dorheim und Bauernheim.

Heute gibt es ein sehr enges Miteinander der Kirchengemeinden Dorheim und Bauernheim und eine sehr gute und intensive Zusammenarbeit der beiden Kirchenvorstände. Außerdem erleben beide Gemeinden ein sehr harmonisches Miteinander mit der katholischen St.-Anna-Gemeinde. Es bestehen regelmäßige gemeinsame Projekte der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde Dorheim. Die Bauernheimer katholische Kirchengemeinde, die zu Dorn-Assenheim gehört, feiert ihren Gottesdienst ebenfalls in der Bauernheimer Michaeliskirche.

Seit dem Jahr 1990 existiert eine beständige Partnerschaft zwischen Dorheim/Bauernheim und Wörlitz/Vockerode in Sachsen-Anhalt. Im Jahr 2015 wurde ein großes Jubiläumsfest aus Anlass des 25-jährigen Bestehens dieser Partnerschaft gefeiert.

Pfr. Hilmar Gronau – Juli 2016 | Aktualisiert – Januar 2025

(Quellen: Dr. Klaus-Dieter Rack: 1225 Jahre Dorheim 775 – 2000; Dieter Wolf: 1200 Jahre Bauernheim 778 – 1978)

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Der Lutherweg durch Dorheim

Der Lutherweg 1521 führt auch durch Dorheim:

Die Stempelstation in der Sakristei unserer Kirche ist für Pilger von 08:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Dort können sich die Gäste ins Gästebuch eintragen, in der schönen Bibel lesen und den Pilgerstempel für ihren Pilgerausweis benutzen. 

Die Sakristei als Pilgerstation wird über die Wintermonate geschlossen. Unsere Kirche ist zugänglich über die Straßen Kreuzgasse und Zur Kirche.

Übernachtungsmöglichkeiten:

Kerstin Bernhard bietet in Zusammenarbeit mit dem Lutherweg Verein 1521 zwei Gästezimmer an.

  • 1 Doppelzimmer, Bad und Küche, Waschmaschine
  • 1 Einzelzimmer, Bad und Küche, Waschmaschine

Kontakt über das Pfarrbüro oder direkt bei Frau Bernhard: Tel.: 06031 - 15 714 oder per E-Mail:  k.s.berrnhard@arcor.de

Ebenfalls interessant:

  • „Pilgerführer Lutherweg 1521“ von Reiner Cornelius, Auwel-Verlag, ISBN 978-3-9812981-8-5
  • Die offizielle Seite zum Lutherweg www.lutherweg.de

Unsere Partnergemeinden

Partnergemeinden Dorheim-Wörlitz und Bauernheim-Vockerode:

Seit 1990 bestehen die Partnerschaften und es ist schon zur Tradition geworden, dass man sich jedes Jahr im September gegenseitig besucht. Die Partnerschaft kam seinerzeit durch unseren damaligen Pfarrer Jens Kramer (der aus Dessau stammt) und dem Wörlitzer Pfarrer Rüdiger Koch zustande. Der erste Besuch durch einige Kirchenvorsteher aus Dorheim und Bauernheim war im Sommer 1990, der Gegenbesuch im Jahre 1991. Seit diesen Treffen haben sich auch private Freundschaften gebildet, die noch bis heute bestehen.

Es wäre schön, wenn diese Freundschaft noch lange bestehen bleibt und wir auch neue Gemeindeglieder für diese Treffen gewinnen könnten.

Links zu den Partnergemeinden:

Evangelische Kirchengemeinde Vockerode | Evangelische Kirchengemeinde Wörlitz